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Standseilbahnen in Rio de Janeiro und Niterói, Brasilien Erstmals in der Geschichte dieser schönen
Städte finden Sie hier eine Sammlung von Aufnahmen aller uns gegenwärtig
bekannten Standseilbahnen. Die Stadt Rio de Janeiro ist an Hügeln
gebaut, und ursprünglich bedeckte der Urwald "Mata Atlântica"
die Abhänge. Noch heute findet man den kümmerlichen Rest dieses
Waldes, und auf einem Pfad im Stadtteil Gávea kann man diesen besuchen
und Urwaldatmosphäre geniessen. - Niterói liegt auf der anderen
Seite der Baia de Guanabarã
Die Legenden zu den Bildern beinhalten an erster Stelle den Stadtteil (Bairro) der Bahn, dann folgt, so wünschenswert, die Strasse und weitere Bemerkungen. Bei privaten Bahnen haben wir auf die Adresse verzichtet, da dies die Bewohner der betreffenden Anwesen nicht wünschen. Für die meisten Bahnen existieren keine technische Daten. Alle Bahnen mit einem Geleise haben ein unterfahrendes Gegengewicht. Alle sind elektrisch angetrieben (Motor oben). Der aktuelle Stand der Aufnahmen ist der März 2002. Eine weitere, seit 1926 geschlossene Bahn, fuhr vom heutigen Standort des Hotels Nice an der Rua Riachuelo an den heutigen Standort des Depots des SantaTeresa-Trams. Aufnahmen mit freundlicher Genehmigung von Allen Morrison. Im Buch von Waldemar Corrêa Stiel, História do Transporte Urbano no Brasil (Editora Pini Ltda, Brasília 1984), das vergriffen und nur noch antiquarisch erhältlich ist, findet sich auf den Seiten 331 und 332 eine Beschreibung, doch wird die Bahn dort als "Plano Inclinado Paula Mattos" bezeichnet. Unter dem Namen "Elevador Paula Mattos" existierte jedoch von 1883 bis 1896 ein vertikaler Lift ähnlich dem Lacerda-Lift in Salvador, mit einer Höhe von 38 Meter und einer horizontalen Rampe von 33 Meter, etwas weiter stadtauswärts an der Rua Riachuelo Nr. 151, bei einem Strassentunnel. Der Besitzer, Paula Mattos, ein Grundbesitzer, hatte um seinen Kunden den Zugang zu seinen Geschäften zu erleichtern, diesen Lift gebaut. Der Lift hatte eine Grundfläche von 3 m 67 und war für 18 Personen ausgelegt. Der Antrieb, eine Dampfmaschine System Marshall, 2 zylindrig, befand sich an der unteren Station. Eine Zeichnung findet sich möglicherweise im Arquivo Geral da Cidade, Rua Amoroso Lima 15, Cidade Nova, nahe der Metrô-Station Praça Once. Fotos sind selten. Nach der Eröffnung des umgebauten Aquäduktes für die Strassenbahn ging die Nutzung des Lifts, schon vorher prekär, stark zurück, und der Lift wurde geschlossen und demontiert. Von der Standseilbahn existiert noch die obere Station, die Travessa do Funicular und ein Bild der Brücke im Museum Casa de Benjamin Constant in Santa Teresa. Eine weitere Bahn wurde zur Errichtung der Christus-Statue auf dem Corcovado errichtet, und es existieren noch seltene Postkarten davon. Sie wurde abgebrochen. Die Bahn in Niterói fuhr nur von 1907-1916 zum Colégio Salesiano "Santa Rosa". Photo siehe unten, weitere Aufnahme vom Besuch des brasilianischen Präsidenten: damals war Rio de Janeiro noch die Hauptstadt. Viele relativ versteckte Bahnen sind in
letzter Zeit bekannt geworden. Ergänzungen sind immer erwünscht
und können an die elektronische Adresse des Vereins gesandt
werden. Danke!
(2) Die Standseilbahn Outeiro da Glória, 1942 eingeweiht, wurde durch die Prefeitura 2003 modernisiert. Einen Panoramalift, wie versprochen, gab es nicht, aber neue Fahrzeuge, neue Schienen und eine neue Antriebsmaschine, und das Schienenbett wurde erneuert. Die Totalkosten beliefen sich auf BRR880'000 (ca. USD390'000). Die Arbeiten begannen im September 2002 durch Riourbe. Eine Aufnahme findet man unter http://img.groundspeak.com/waymarking/large/28063989-3800-41e9-bc5b-81be242ef0d6.jpg. (3) Die Standseilbahn Penha II läuft parallel zur Bahn I. Sie hat eine Kapazität von 25 Personen pro Fahrzeug (Penha I nur 12) und ist rollstuhlgängig. Erbaut wurde sie auf Grund einer Ausschreibung von den Firmen Seel und Tereng. Eröffnet wurde die neue Linie am 5. Oktober 2003. Die Gesamtkosten betrugen BRR975'000 (USD435'000). Die Länge der Bahn ist 150 m, die Fahrzeit 3 Minuten und 15 Sekunden, was einer mittleren Geschwindigkeit von 0,8 Meter/Sekunde entspricht. Die Bahn Penha I existiert noch, ist aber ausser Betrieb. Da der Aufstieg von Penha zur unteren Station beschwerlich ist, soll nun zur Ergänzung eine neue Standseilbahn vom Stadtteil Penha mit insgesamt zwei Stationen erstellt werden. Die Bahn beginnt an der Avenida Nossa da Penha und führt mit einer Länge von 188 Metern zu einer Station bei einem Eingang der Favela Vila Cruzeiro. Von dort führt die Bahn mit einer Länge von 58 Metern zur unteren Station der bestehenden Bahn, die weiterhin zur Kirche führt. Die Totallänge der neuen Bahn ist somit 246 Meter. Sie soll Ende April 2012 eröffnet werden und BRR17,6 Millionen kosten. Das Fahrzeug mit Panorama-Kabine wird 25 Passagiere fassen. Für die obere Strecke der neuesten Bahn zur Favela Dona Marta in Botafogo haben wir schöne Aufnahmen erhalten, die wir auf einer separaten Seite veröffentlichten. Es waren seinerzeit die ersten öffentlich bekannten Aufnahmen. Inzwischen wurde im Mai 2008 die untere Strecke eröffnet, und wir haben Links zu zahlreichen neuen Bildern auf dieser Seite. Eine weitere Bahn wird am anderen Ende der Favela gebaut. Während die bestehende Bahn, von der Rua São Clemente in Botafogo aus gesehen rechts liegt, wird die neue Bahn vom gleichen Ort aus gesehen links liegen. Man erreicht sie über einen ebenfalls neuen Liftturm mit zwanzig Metern Höhe (mit zwei Kabinen, eine für Waren, die andere für Besucher) und von der oberen Station über eine Passerelle. Die Bahn wird eine Länge von 300 m haben und drei Stationen. Im Stadtteil Leme, am Ende des Copacabana-Strandes in Richtung Stadtzentrum, soll eine weitere Bahn zur Favela Babylonia gebaut werden, die drei Stationen und eine Länge von 150 m hat. Am oberen Ende soll ein Aussichtspunkt entstehen. Ferner im Bau ist eine Standseilbahn zur Favela Rocinha, die bei einem Strassentunnel bei São Conrado beginnt. Sie soll bis Ende September 2010 betriebsbereit sein. Sie hat 3 Stationen, die beiden zusätzlichen Stationen sind an der Via Sul und der Rua 1, mit einer Länge von 150 Metern. Es sind Kabinen für 20 Passagiere vorgesehen. Es sind zwei weitere Standseilbahnen geplant. Für eine davon müssen allerdings etliche Häuser entfernt werden. Diese zweite Bahn hat ebenfalls drei Stationen und führt von Valão zur Rua 2, nahe beim geplanten ökologischen Park. Die dritte Bahn (auf Seite 6, der letzten Seite des pdf-Dokuments) ist mit einem Projekt des französischen Architekturbüros Druot (Paris) verbunden. Die Favela Morro do Alemão erhält eine Gondelbahn mit fünf Stationen. Die Vorbilder sind in Medellin, Kolumbien (Linie 3 der dortigen Metro) und Caracas, Venezuela. Sie ist jetzt fertig gebaut. Die Probefahrten haben begonnen, sie soll bis Ende Jahr in Betrieb sein. Weitere Bahnen sind im Hafengebiet im Quartier Gamboa geplant. Sie führen zum Morro da Providência, zwischen der Bahnstation Central do Brasil und dem Hafengebiet. Es handelt sich um eine Pendelbahn (Luftseilbahn) mit drei Stationen - Central do Brasil, Morro da Providência und Cidade do Samba - , einer Länge von 665 Metern und einer Kapazität von 1000 Personen pro Stunde, sowie um eine Standseilbahn von der Ladeiro do Barroso zur Praça da Igreja do Cruzeiro, mit Fahrzeugen für 10 Personen, voll rollstuhlfähig, welche zusammen das Gebiet der Favela erschliessen sollen. Die weltbekannte
Pendelbahn
auf den Zuckerhut, die sich Bondinho nennt (eigentlich kleines Tram,
was sie aber wirklich nicht ist!), die drittälteste der Welt von 1912,
hat als Ersatz der von Nardo in Italien entworfenen Kabinen von 1972 kürzlich
als dritte Generation vier neue Kabinen von CWA
Constructions in Olten (Schweiz) sowie eine neue digitale Steuerung
der Firma Frey
AG. in Stans (Schweiz) erhalten. Obwohl die neuen Kabinen nur 65 statt
70 Passagiere befördern können, steigt die Zahl der transportierten
Passagiere um 115 auf 1360 pro Stunde, denn die untere Sektion fährt
mit bis zu 6 Meter/Sekunde, die obere sogar mit bis zu 10 Meter/Sekunde.
Die Fahrzeit beträgt 3 Minuten pro Sektion. Die acht Tragseile wurden
bereits 2002 ersetzt und stammen von der Firma Inauen-Schätti
AG. in Schwanden im Kanton Glarus (Schweiz).
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